Darum ist Bremen ein ausgezeichneter Digitalstandort

Vier Sterne im Bereich Digitalisierung – oder anders gesagt: Unter den Top 5 der stärksten Landkreise und kreisfreien Städte im Norden, neben Berlin, Hamburg, Hannover und Flensburg. Das Ergebnis des Prognos Zukunftsatlasses 2016 im Bereich Digitalisierung zeigt, dass Bremen großes Potenzial hat, zu einem starken Digitalisierungsstandort zu werden.

Das positive Bild des Wirtschaftsinstituts ergänzen auch andere Zahlen aus der Region: 3,5 Prozent der Angestellten in Bremen sind in der Digitalwirtschaft tätig – deutlich mehr als die 2,3 Prozent auf Bundesebene. Insgesamt 1.330 Betriebe erwirtschafteten zuletzt 1,12 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das Bremer Aushängeschild „Industrie“ – Bremen ist immerhin achtgrößter Industriestandort in Deutschland – setzt lediglich fünfmal mehr um.

Ein Blick auf die Akteure bestätigt das Bild: Im Internetagentur-Ranking, das die größten Online-Agenturen Deutschlands auflistet, liegt das Bremer Unternehmen team neusta auf Platz drei, auf Platz eins liegt die Plan.net-Gruppe, zu der die Bremer E-Commerce-Spezialisten hmmh gehören.

Prognos Zukunftsatlas 2016: Bremen ist einer der wenigen Regionen in Norddeutschland mit ausgezeichneten Digital-Chancen | Bild: PrognosPrognos Zukunftsatlas 2016: Bremen ist einer der wenigen Regionen in Norddeutschland mit ausgezeichneten Digital-Chancen | Bild: Prognos

 

„Die vielfältigen Bemühungen, Bremen in diesem Bereich zu stärken, zahlen sich aus“, wertet Björn Portillo, 1. Vorsitzender des Digitalverbandes Bremen digitalmedia die Entwicklung. „Besonders im Bereich der IT-Dienstleistungen wurden in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze geschaffen. Langsam springt der Funke der Digitalisierung aber auch verstärkt auf andere Branchen über.“

Wirtschaftsförderung Bremen begleitet Unternehmen mit Netzwerk und Wissen

Eine starke IT-Branche ist ein gewichtiges Pfund, mit dem Bremen wuchern kann, wenn es um die Weichenstellung für Industrie 4.0 geht. Denn die Digitalisierung können die meisten Industrie-Unternehmen nicht alleine durchsetzen – für erfolgreiche Digitalisierungsvorhaben braucht es Partner. Nicht nur auf technologischer Ebene, auch auf Prozessebene. Neue Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr in alten Strukturen – wie auch der stellvertretende Abteilungsleiter Innovation bei der WFB, Kai Stührenberg, im Artikel „Digitalisierung und Arbeit 4.0 – zwei Seiten einer Medaille“ verdeutlicht.

Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) unterstützt Unternehmen mit dem Kompetenznetzwerk Industrie 4.0 in den vier Schwerpunkten:

  • Informieren
  • Aufschließen
  • Beraten
  • Umsetzen

Diese Handlungsfelder werden mit den Angeboten der Wirtschaftsförderung aktiv umgesetzt:

1. Forschungs- und Entwicklungsprogramm (FuE)-Programm

Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm hilft vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Finanzierung von Projekten. Denn neue Technologien zu erforschen und einzuführen ist teuer – hohe Investitionen, die manche Unternehmen nicht alleine stemmen können. Ein Förderdarlehen von bis zu 100.000 Euro stellt genau das sicher.

Ein Industrie 4.0 Beispiel für ein erfolgreiches FuE-Projekt ist die OMNILAB-LABORZENTRUM GmbH & Co. KG. Sie hat durch ein Förderdarlehen ein Laborgerät auf die Digitalisierung vorbereitet und erschließt sich so ganz neue Marktchancen.

Mehr dazu im Artikel „Vom Händler zum Hersteller – mit Förderung und Beratung zu Industrie 4.0“

„Wir fördern daher gute Ideen mit Landes- und EU-Mitteln, um die Risiken, die mit technologisch schwierigen Projekten einhergehen, zu minimieren“, so Dr. Norbert Möllerbernd, Innovationsmanager der WFB. Er ist erster Ansprechpartner für alle Fragen rund um das FuE-Programm.

2. Beratungsförderung

Noch kein konkretes Projekt zur Digitalisierung? Dafür gibt es die Beratungsförderung. Ein Pool aus Digitallotsen steht bereit, Unternehmen zu analysieren und zu schauen: Wo können Prozesse effektiver werden? Wo gibt es Chancen, sich einen neuen Markt durch digitale Services zu erschließen?

Bremer Unternehmen, die eine Beratungsdienstleistung in Anspruch nehmen möchten, stellen bei der WFB einen Antrag auf Beratungsförderung. Die Hälfte der Kosten bis zu einem maximalen Betrag von 5.000 Euro werden gefördert.

„Zentral geht es darum von anderen zu lernen, indem existierende Lösungen aus Industrien und Geschäftsfeldern in die Branche des eigenen Unternehmens prozessorientiert übertragen werden“, sagt Andreas Born, Innovationsmanager Industrie 4.0 bei der WFB. Als Experte für alle Fragen rund um die Digitalisierung steht er für Betriebe jeder Größe zur Initialberatung zur Verfügung.

 

Auf Veranstaltungen wie „Volle Kraft voraus, Kurs Digitalisierung“ treffen Experten der Branchen zusammen und diskutieren über die digitale Zukunft | Bild: WFB
Auf Veranstaltungen wie „Volle Kraft voraus, Kurs Digitalisierung“ treffen Experten der Branchen zusammen und diskutieren über die digitale Zukunft | Bild: WFB

3. Veranstaltungen

Von anderen lernen – darum geht es auch in den zahlreichen Industrie 4.0-Veranstaltungen, die in Bremen organisiert werden. Von der WFB, die dazu die beiden Veranstaltungsformate Innovationswerkstatt und -forum entwickelt hat. Mehr zu den Veranstaltungen auf der WFB-Seite.Aber auch im neuen Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum „Mit uns digital!“. Das vom Bund geförderte Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Land Niedersachsen und Bremen. In verschiedenen Expertenfabriken und Veranstaltungen erhalten Unternehmen ganz praktische Einblicke.Zuletzt sind auch Bremer Unternehmen stark involviert, den digitalen Wandel voranzutreiben. So organisierte etwa das Beratungsunternehmen SALT AND PEPPER zum zweiten Mal in diesem Jahr den Bremer Kongress Industrie 4.0 im Juni 2016. Für Marko Schluroff, Inhaber und Geschäftsführer von SALT AND PEPPER, ist das ein wichtiger Baustein: „Industrie 4.0 ist im Mittelstand noch längst nicht angekommen. Viele Unternehmen lassen sich von dem vagen und unterschiedlich interpretierten Begriff „Industrie 4.0“ verunsichern. Hinzu kommt die Sorge vor großen Investitionskosten. Mit Veranstaltungen wie unserem Fachkongress „Industrie 4.0“ wollen wir diese Bedenken entkräften, indem wir konkrete Produkte präsentieren und den Teilnehmern gangbare Wege aufzeigen, die fortschreitende Digitalisierung in kleinen, aber höchst effektiven Schritten für sich zu nutzen.“ 

Die Transportale
Die „Transportale“ – ein Format zur Diskussion digitaler Transformationsprozesse für die Logistikbranche, entwickelt im DIGILAB/Brennerei 4.0 Bild: WFB/Frank Pusch

4. DIGILAB/Brennerei 4.0

Studierende arbeiten mit Unternehmen an der Zukunft – das ist das DIGILAB Brennerei 4.0. Das Labor in der Alten Schnapsfabrik in der Bremer Neustadt ist die Denkwerkstatt der WFB . Hier finden zudem die Innovationswerkstätten statt, in denen Unternehmen neues Wissen und neue Technologien erproben können.Was gerade aktuell passiert, das steht auf http://brennerei-lab.de/

Ob Förderprojekt, Industrie 4.0, Veranstaltung oder Beratung – wichtig ist zu wissen, dass Digitalisierung und die damit einhergehende Möglichkeit der intensiven Vernetzung alle Unternehmensbereiche betrifft. „Bestehende Prozesse in der Produktion und in der Unternehmenskultur gleichermaßen müssen an die sich stetig wandelnde Netzwerkökonomie angepasst werden. Die Zukunftssicherung erfolgt zum einen auf der operativ-technologischen Ebene und zum anderen auf der sozialen – die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist essentiell für die Implementierung neuer Geschäftsmodelle“, so Andrea Kuhfuß, Projektleiterin des DIGILAB Brennerei 4.0.

 

Möchten Sie eine individuelle Beratung, wie sich Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse in die digitale Zukunft übertragen lassen? Dann sprechen Sie mit einem unserer Experten.